Die geistliche Kommunion
Liebe Mitchristen,
derzeit ist es Ihnen nicht möglich, die heilige Eucharistie (die heilige Messe) ganz mitzufeiern, da Sie die heilige Kommunion nicht empfangen können. Für diese Situationen gibt es die Möglichkeit der geistlichen Kommunion.
Unser Herr Erzbischof hat alle Gläubigen auch von der ‚Sonntagspflicht‘ befreit. Das Wort Sonntagspflicht ist kein schöner Ausdruck. Mit einem Vergleich will ich versuchen, diesen Begriff zu erklären. Bei uns hat jedes Kind das Recht auf Bildung, aber damit auch die Pflicht, in die Schule zu gehen. Eltern haben das Recht, ihre Kinder zu erziehen, aber damit auch die Pflicht, dies zu tun. Rechte und Pflichten gehören immer zusammen.
Ein paar Gedanken / Stimmen von Heiligen zur Praxis dieser Form des Kommunionempfangs:
Die hl. Teresa von Avila schreibt ihren Jüngerinnen: "Meine Töchter, wenn ihr die Heilige Messe hört, ohne zur Kommunion zu gehen, sucht die geistliche Kommunion und sammelt euch in euch selbst. Das ist eine überaus nützliche Praxis, und sie entzündet in euch die große Liebe Gottes" (Weg der Vollkommenheit, 35.1).
Der hl. Alfons Maria von Liguori ermahnt die Gläubigen, die geistliche Kommunion mehrmals am Tag zu praktizieren, vor allem, wenn sie das Allerheiligste Sakrament besuchen. Nach Meinung des Heiligen sind zwei Dinge nötig, um sie zu empfangen: Das erste ist der brennende Wunsch, den sakramentalen Jesus zu empfangen, und das zweite ist eine liebende Umarmung, als ob er schon empfangen worden wäre (vgl. Classe Prima Opere Ascetiche, Bd. I, S. 16.).
Der hl. Johannes Bosco sagt: "Wenn ihr nicht sakramental kommunizieren könnt, übt wenigstens die geistliche Kommunion, die in einem brennenden Verlangen besteht, Jesus in eurem Herzen zu empfangen" (G. B. Lemoyne, Memorie Biografiche deI Venerabile Don Giovanni Bosco, Bd. III, S. 13).
Der heilige Franz von Sales empfiehlt: „Kannst du in der heiligen Messe nicht wirklich kommunizieren, dann tu es wenigstens dem Herzen und dem Geiste nach, indem du voll heißer Sehnsucht dich mit dem lebenspendenden Leib des Heilands vereinigst.“
Der hl. Johannes Paul II. schließlich findet sehr bedeutende Worte für die Praxis der geistlichen Kommunion: "Die Eucharistie erscheint als Höhepunkt aller Sakramente, weil sie die Gemeinschaft mit Gott Vater im Einswerden mit dem eingeborenen Sohn durch den Heiligen Geist zur Vollendung führt. Ein bedeutender Schriftsteller der byzantinischen Tradition (Nicolas Cabsilas) brachte diese Wahrheit mit gläubigem Scharfsinn zum Ausdruck: In der Eucharistie ,ist vor jedem anderen Sakrament das Geheimnis [der Gemeinschaft] so vollkommen, dass es zum Gipfel aller Güter führt: Hier liegt das höchste Ziel jeder menschlichen Sehnsucht, weil wir hier Gott folgen, und Gott sich mit uns in der vollkommensten Einheit verbindet'. Eben darum ist es angemessen, in der Seele das dauernde Verlangen nach dem eucharistischen Sakrament zu pflegen. Hier liegt die Übung der ,geistlichen Kommunion' begründet, die sich seit Jahrhunderten in der Kirche verbreitet hat und von heiligen Lehrmeistern des geistlichen Lebens empfohlen wurde" (Ecclesia de eucharistia, Über die Eucharistie und ihre Beziehung zur Kirche, Nr. 34).
Gebet zur geistlichen Kommunion (Vorschläge):
Mein Jesus, ich glaube, dass Du im allerheiligsten Sakrament des Altares zugegen bist. Ich liebe dich über alles und meine Seele sehnt sich nach Dir. Da ich Dich aber jetzt im Sakrament des Altares nicht empfangen kann, so komme wenigstens geistigerweise zu mir. Ich umfange Dich, als wärest Du schon bei mir und vereinige mich mit Dir! Ich bete Dich in tiefster Ehrfurcht an. Lass nicht zu, dass ich mich je von Dir trenne. Amen
(Dieses Gebet soll auf den hl. Pater Pio zurückgehen)
Zu deinen Füßen, o mein Jesus, werfe ich mich nieder und bringe Dir die Reue meines sündigen Herzens dar. Ich bete Dich an im Sakrament Deiner Liebe, der unfassbaren Eucharistie. Ich sehne mich danach, Dich in der armen Wohnstatt meines Herzens zu empfangen. Während ich das Glück der sakramentalen Kommunion erwarte, möchte ich Dich im Geist besitzen. Komm zu mir, o mein Jesus, da ich zu Dir komme! Die Liebe umfange mein ganzes Sein im Leben und im Tod. Ich glaube an Dich, ich hoffe auf Dich, ich liebe Dich. Amen.
Herr, allmächtiger Vater, ich danke Dir für alle Deine Wohltaten und ganz besonders dafür, dass Du mich mit dem kostbaren Leib und Blut Deines Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus, geistig speisen möchtest.
Ich bitte Dich, lass dieses Heilige Sakrament mir zur Quelle des Erbarmens und zum ewigen Heil gereichen.
Die Heilige Eucharistie sei für mich, Rüstung des Glaubens und Schild des guten Willens; sie möge mich von meinen Fehlern reinigen und alle Tugenden vermehren; mich gegen alle Nachstellungen meiner sichtbaren und unsichtbaren Feinde schützen, mich innig und unzertrennlich mit Dir, dem einen und wahren Gott, verbinden und mir so helfen, mein letztes Ziel zu erreichen.
Schenke mir armen Sünder, zu jenem unaussprechlichem Gastmahl zu gelangen, wo Du mit Deinem Sohn und dem Heiligen Geist Deinen Heiligen das wahre Licht bist, die ewige Freude, der vollendete Friede und die vollkommene Seligkeit. Amen.
Jesus, ich glaube an Dich , ich hoffe auf Dich, ich liebe Dich. Ich bereue meine Sünden. Jesus, komme in mein Herz; ich sehne mich nach Dir. Jesus, Du bist bei mir; ich bete Dich an, ich danke Dir, ich weihe mich Dir. Hilf mir in allen Anliegen, segne mich und alle Menschen, besonders die mit dem Coronavirus Infizierten, heile alle Kranken, hilf denen, die um das Leben anderer Menschen kämpfen und nimm mich und alle meine Lieben unter deinen mächtigen Schutz und Schirm. Jesus, ich glaube an Dich, komm' in mein Herz. Bleibe bei mir; ich bete Dich an, segne mich und alle Menschen.
Ich möchte dich empfangen, Herr, mit jener Reinheit, Demut und Andacht, mit der deine heiligste Mutter dich empfing, mit dem Geist und der Hingabe der Heiligen.
Lassen Sie einfach den Geist Gottes in Ihnen wirken: Er betet und ‚seufzt‘ in Ihnen, ohne dass Sie dies in Worte fassen können.
