St. Jakobus Eichelberg

St. Jakobuskirche Eichelberg (alte Ansicht)St. Jakobuskirche Eichelberg (alte Ansicht)
St. Jakobuskirche Eichelberg (alte Ansicht)

St. Jakobuskirche


Die Eichelberger kleine Dorfkirche St.  Jakobus dürfte zu der ältesten Kirche des Kraichgaus zählen. Die älteste zurzeit bekannte Urkunde der Kirche trägt die Jahreszahl 1437. Auf dieser Urkunde wird sie „Jakobuskapelle" genannt. „Heinrich, Generalvikar des Bischofs von Speyer, verlegte des Fest der Kirchweih von Dienstag auf Sonntag nach „Kreuzauffindung" (einst der 3. Mai)." In der St. Jakobusstatue soll Pfarrer Molitor eine Handschrift aus der Zeit um 1400 gefunden haben. Um diese Zeit dürfte der heutige Altarraum, die St. Jakobuskapelle erbaut worden sein. Ein einfacher kleiner Steinaltar, der eine blaue Bemalung aufwies, befand sich unter dem Hochaltar und wurde bei der Renovierung abgebrochen, ebenso wie die aus Holz gefertigte Kanzel, die mit lebhaften Barockornamenten verziert war.

  Von 1711 bis 1716 wurde die Jakobuskapelle um das Mittelschiff zur Jakobuskirche erweitert und mit einem Glockenturm versehen. Aus der Zeit der Kirchenerweiterung stammen der Hochaltar, der Taufstein, die Pieta und die Jakobusstatue sowie das Trauerbild (wahrscheinlich gestiftet vom Probst des Ritterstiftes Odenheim und späteren Fürstbischof von Speyer, Kardinal Heinrich Hartard, Freiherr von Rollingen). Die Pfeifenorgel wurde im Jahre 1939 abgebrochen. Nach dem Historiker Feigenbutz soll die Orgel aus dem Kloster Stift Odenheim gestammt haben. Bestimmt sind noch mehr Requisiten aus dem Kloster nach Eichelberg gekommen.

  Der Muttergottes-Seitenaltar ist in der Nacht vom 23. auf 24. Dezember 1954 abgebrannt. Die einstige schöne handgeschnitzte Marienstatue fiel den Flammen zum Opfer. An die Verbundenheit der Kirche mit dem Kloster Stift Odenheim wird durch die um Sockel als Relief ausgemeißelten Stiftswappen beiderseits der Haupteingangstüre erinnert.

JakobusstatueJakobusstatue
Jakobusstatue

 Die Jakobuskirche ist Filiale von Tiefenbach und wird vom Pfarramt Odenheim betreut. Der politischen Gemeinde Eichelberg oblag die Unterhaltspflicht der Kirche seit der Gründung der Pfarrei Tiefenbach am 10.05.1468. Zuvor wurde Eichelberg vom Kloster Stift Odenheim mitbetreut. Die Taufen und Beerdigungen fanden in Odenheim statt.

  Auf der Karte der Geleitstraßen nach Schwab, Meinrad von 1410 – 1490 „Mosbachisches Geleit" führte der Jakobuspilgerweg von Asbach kommend, nach Helmstadt, Waibstadt, Sinsheim, Waldangelloch nach Eichelberg. Nachdem die Pilger in der St. Jakobuskirche gebetet haben, werden sie im Kloster Stift Odenheim übernachtet haben. Die große Wallfahrt nach Santiago zu seiner Zeit, hatte in Deutschland keine festen Pilgerwege. Die Jakobuspilger benutzten die Handelstraßen (Geleitstraßen) und die meist klösterlichen Hospize.


Federzeichnung der SakramentsnischeFederzeichnung der Sakramentsnische
Federzeichnung der Sakramentsnische

Die Sakramentsnische

Zum letzten Relikt der ehemaligen Jakobuskapelle gehört die Sakramentsnische mit dem schönen schmiedeeisernen Gitter und Schloss im heutigen Altarraum. Sie ist dem Spätroma­nischen Kunststil zuzuordnen, wie wohl auch der Steinaltar, der sich einst unter dem Hochaltar befand.

Es ist anzunehmen, dass sich die Sakraments­nische bereits seit der Erbauung an dieser Stelle befindet. Noch um 1700 wurde meist der Speisekelch nicht auf dem Altar, sondern in der Wandnische aufbewahrt.

Die Nische aus Schilfsandstein wird von einem Dreieck gekrönt in das sechs Kreisornamente und eine Hand mit drei ausgestreckten Fingern eingemeißelt sind. In die Kreise sind wiederum sechs Kerben eingemeißelt, die sich im Zentrum des Kreises treffen.

Das Dreieck weist auf die Dreieinigkeit Gottes hin. Die Deutung der Symbolik der Kreise als Sterne dürfte auf die Schöpfung bezogen sein. "Gott sprach: Es werde Licht. Und es ward Licht" (Gen. 1.3). Von den Lichtern ist in der Genesis recht häufig geschrieben. Die Hand symbolisiert Gotteshand mit den Schwur­fingern. Die Schwurfinger bedeuten den Bund


Gottes mit den Menschen. Die Sterne bedeuten das Sechstagewerk Gottes. Der siebte Tag gehört Gott. In der christlichen Auslegung ist er der erste Tag der Woche, an dem Christus von den Toten auferstanden ist


St. Michaelskapelle

 Die Sankt Michaelskapelle auf dem Kapellenberg wurde im Jahre 1748 auf Grund eines Gelübdes durch den Küfermeister Johannes Emmerich und dessen Ehefrau Regina auf dem höchsten Punkt der Gemarkung (302 m NN) erbaut. Von der Kapelle aus kann man bei guter Sicht die Michaelskapelle bei Cleebronn sowie die Michaelskapelle bei Untergrombach sehen.

Idylle an der St. Michaelskapelle bei EichelbergIdylle an der St. Michaelskapelle bei Eichelberg
Idylle an der St. Michaelskapelle bei Eichelberg

Das Dach der Kapelle ziert ein dreifaches Kreuz, was auf die geografische Triangel hinweisen soll. Die Triangel symbolisiert in der Religion das Auge Gottes bzw. die Dreieinigkeit. Am 14.02.1974 war in der Tagespresse zu lesen: „Heiliger entwendet" – Unbekannte Diebe hatten aus der Kapelle die schöne handgeschnitzte St. Michaels-Statue entwendet. Nachforschungen blieben erfolglos.

Einen Infotext zur Eichelberger Michaelskapelle finden Sie hier

Unser Dank gilt Herrn Kurt Emmerich, der uns freundlicherweise das hier gezeigte Bild- und Textmaterial zur Verfügung stellte!